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	<title>Kommentare fuer Hakan-Turan-Blog</title>
	<link>http://andalusian.de</link>
	<description>Deutsches, Türkisches und Islamisches... Kontakt unter andalusian@gmx.net</description>
	<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 03:56:52 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Wie man sich Osmanen heranzieht von Canan</title>
		<link>http://andalusian.de/2010/01/07/wie-man-sich-osmanen-heranzieht/#comment-442</link>
		<author>Canan</author>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 16:23:44 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2010/01/07/wie-man-sich-osmanen-heranzieht/#comment-442</guid>
		<description>&lt;p&gt;Für die Beantwortung dieser Fragen müssen meines Erachtens vehemente Schritte gegen die institutionelle Diskriminierung eingeleitet werden, was leider allein durch die Anstrengung Einzelner nicht bewältigt werden kann. Dabei ist vordergründig die Ausbildung der Lehrenden zu "revolutionieren", da der pädagogische Anteil im Lehramtstudium fast schon lächerlich ist.&lt;br /&gt;
Viele Grüße und vielen Dank für den alltagsnahen und wichtigen Beitrag.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Beantwortung dieser Fragen müssen meines Erachtens vehemente Schritte gegen die institutionelle Diskriminierung eingeleitet werden, was leider allein durch die Anstrengung Einzelner nicht bewältigt werden kann. Dabei ist vordergründig die Ausbildung der Lehrenden zu &#8220;revolutionieren&#8221;, da der pädagogische Anteil im Lehramtstudium fast schon lächerlich ist.<br />
Viele Grüße und vielen Dank für den alltagsnahen und wichtigen Beitrag.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Vom reflektierten Urteilen von Angie</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/10/23/vom-reflektierten-urteilen/#comment-91</link>
		<author>Angie</author>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 16:09:56 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/10/23/vom-reflektierten-urteilen/#comment-91</guid>
		<description>Zitat: Diejenigen, die der Rede zuhören und sich dann an das Beste davon halten, das sind jene, die Gott auf den rechten Weg geführt hat…”  
Das finde ich einen sehr weisen und schönen Satz, den man auch den Christen und Anderen Menschen nahelegen kann. Ich bin nicht mehr in einer Kirche. Ich bete dennoch mehrmals am Tag zu Gott und erbitte Frieden und Gesundheit für alle Menschen. Ich fühle mich in Kirchen nicht vertreten, weil eben dieser Satz mir zu selten für das tägliche Leben zugrunde gelegt wird. 
Manchmal verzweifel ich daran.
Ich frage mich warum Glauben so vollständig unterschiedlich gehandhabt wird, bei Christen und Muslimen gleichermaßen. 
Ich werde von allen Gläubigen als Ungläubige bezeichnet und fühle genau das Gegenteil. 

Und wieder muss ich fragen, was kann ich tun?
LG
Angie</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zitat: Diejenigen, die der Rede zuhören und sich dann an das Beste davon halten, das sind jene, die Gott auf den rechten Weg geführt hat…”<br />
Das finde ich einen sehr weisen und schönen Satz, den man auch den Christen und Anderen Menschen nahelegen kann. Ich bin nicht mehr in einer Kirche. Ich bete dennoch mehrmals am Tag zu Gott und erbitte Frieden und Gesundheit für alle Menschen. Ich fühle mich in Kirchen nicht vertreten, weil eben dieser Satz mir zu selten für das tägliche Leben zugrunde gelegt wird.<br />
Manchmal verzweifel ich daran.<br />
Ich frage mich warum Glauben so vollständig unterschiedlich gehandhabt wird, bei Christen und Muslimen gleichermaßen.<br />
Ich werde von allen Gläubigen als Ungläubige bezeichnet und fühle genau das Gegenteil. </p>
<p>Und wieder muss ich fragen, was kann ich tun?<br />
LG<br />
Angie</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Angie</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-90</link>
		<author>Angie</author>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:47:07 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-90</guid>
		<description>Hallo, ein sehr fesselnder Blog. Auch ich mache mir große Gedanken um den Afghanistan Einsatz. Ich sehe dann immer die Beiträge über die Mädchen, die sich freuen zur Schule gehen zu dürfen und die Frauen, die auch gerne mehr Freiheit haben  möchten. Und jetzt über die Anschläge in Pakistan. Was können wir tun? Für mich ein sehr intensives und wichtiges Thema. Ich habe ein muslimisches Patenkind in Afrika und schaue auch deswegen immer genau hin, wie sich dieser und andere  Konflikte entwickeln.
Ich liebe unsere Gesellschaft dort besonders, wo sie aus aller Herren Länder wundervolle Einflüsse erhält und hoffe auf ein echtes Aufeinander zugehen. Wichtig bleibt, wie ihr auch schon schreibt, dass das Grundgesetz das Wichtigste an unserer Ordnung ist und bleibt, und das für alle Menschen. 
LG
Angie</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, ein sehr fesselnder Blog. Auch ich mache mir große Gedanken um den Afghanistan Einsatz. Ich sehe dann immer die Beiträge über die Mädchen, die sich freuen zur Schule gehen zu dürfen und die Frauen, die auch gerne mehr Freiheit haben  möchten. Und jetzt über die Anschläge in Pakistan. Was können wir tun? Für mich ein sehr intensives und wichtiges Thema. Ich habe ein muslimisches Patenkind in Afrika und schaue auch deswegen immer genau hin, wie sich dieser und andere  Konflikte entwickeln.<br />
Ich liebe unsere Gesellschaft dort besonders, wo sie aus aller Herren Länder wundervolle Einflüsse erhält und hoffe auf ein echtes Aufeinander zugehen. Wichtig bleibt, wie ihr auch schon schreibt, dass das Grundgesetz das Wichtigste an unserer Ordnung ist und bleibt, und das für alle Menschen.<br />
LG<br />
Angie</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Türkisch-islamische Kultur und Heavy-Metal? von Canan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/08/31/turkisch-islamische-kultur-und-heavy-metal/#comment-89</link>
		<author>Canan</author>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 12:57:58 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/08/31/turkisch-islamische-kultur-und-heavy-metal/#comment-89</guid>
		<description>Sehr interessanter Text!!!
Ich beschäftge mich oft mit der Identitätsfrage von Muslimen, vor allem in der deutschen Gesellschaft und finde es faszinierend, welchen Weg dieser Heavy-Metal Musiker mit Migrationshintergrund eingeschlagen hat :)
Ich denke jedoch, das diese Biographie eine große Ausnahme bei muslimischen Jugendlichen ist, da die familiären Verhältnisse diese individuellen Ausrichtungen oft hemmen oder gar verbieten.
Die angesprochene religiöse Frage hierbei ist sicherlich nicht einfach zu lösen, doch wenn die Inhalte des Korans bis ans Ende der Welt gültig sind, dann muss es auch eine angemessene Lösung für diese Art von Konflikten geben, oder?
Wie können Vernunft und Hingabe miteinander versöhnt werden? Kann jede Frage im Islam vernunftsgemäß beantwortet werden? Ist Vernunft keine individuelle Ausprägung, die auf verschiedene Sozialisationsprozesse basiert? 
Das sind alles Fragen, die mir tagtäglich im Kopf herumschwirren und mich zwischen den Stühlen des reformierten Islams (wenn man das überhaupt so nennen kann) und dem traditionellen Islam beschäftigen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr interessanter Text!!!<br />
Ich beschäftge mich oft mit der Identitätsfrage von Muslimen, vor allem in der deutschen Gesellschaft und finde es faszinierend, welchen Weg dieser Heavy-Metal Musiker mit Migrationshintergrund eingeschlagen hat <img src='http://andalusian.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
Ich denke jedoch, das diese Biographie eine große Ausnahme bei muslimischen Jugendlichen ist, da die familiären Verhältnisse diese individuellen Ausrichtungen oft hemmen oder gar verbieten.<br />
Die angesprochene religiöse Frage hierbei ist sicherlich nicht einfach zu lösen, doch wenn die Inhalte des Korans bis ans Ende der Welt gültig sind, dann muss es auch eine angemessene Lösung für diese Art von Konflikten geben, oder?<br />
Wie können Vernunft und Hingabe miteinander versöhnt werden? Kann jede Frage im Islam vernunftsgemäß beantwortet werden? Ist Vernunft keine individuelle Ausprägung, die auf verschiedene Sozialisationsprozesse basiert?<br />
Das sind alles Fragen, die mir tagtäglich im Kopf herumschwirren und mich zwischen den Stühlen des reformierten Islams (wenn man das überhaupt so nennen kann) und dem traditionellen Islam beschäftigen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von theolounge</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-88</link>
		<author>theolounge</author>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 17:17:42 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-88</guid>
		<description>Danke für diese gute Stellungnahme ! Sehr wichtig, dies von muslimischer Seite einmal so deutlich zu hören, weil dies klarmacht, dass die Islamphobie Angst vor einer radikalen Minderheit schürt, und dass die große Mehrheit der Moslems nichts mit diesen radikalen Machenschaften zu tun hat, auch ideell nicht. 

Wir haben auf www.theolounge.de darauf verlinkt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für diese gute Stellungnahme ! Sehr wichtig, dies von muslimischer Seite einmal so deutlich zu hören, weil dies klarmacht, dass die Islamphobie Angst vor einer radikalen Minderheit schürt, und dass die große Mehrheit der Moslems nichts mit diesen radikalen Machenschaften zu tun hat, auch ideell nicht. </p>
<p>Wir haben auf <a href="http://www.theolounge.de" rel="nofollow">www.theolounge.de</a> darauf verlinkt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von little bro</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-87</link>
		<author>little bro</author>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 20:12:08 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-87</guid>
		<description>Zuerst einmal Kompliment für diesen zum Nachdenken anregenden Text.

Das einzige, das ich bemängeln muss, ist die Tatsache, dass du zu wenig kritisch gegenüber den westlichen Mächten bist, die die Ursache für solche Pestbeulen wie die AlQaida sind. Man sollte nicht vergessen, dass diese Leute erst durch den CIA aufgebaut wurden um den sowjets einzuheizen.

Bei allem Respekt unseren deutschen Mitbürgern ;-) gegenüber sollten wir nicht vergessen, dass die meisten Deutschen Vorurteile auch gegen die sogenannten Ausländer hegen, die einen deutschen Pass haben und sich ab und zu mal ne Rote reinziehen. peace.
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zuerst einmal Kompliment für diesen zum Nachdenken anregenden Text.</p>
<p>Das einzige, das ich bemängeln muss, ist die Tatsache, dass du zu wenig kritisch gegenüber den westlichen Mächten bist, die die Ursache für solche Pestbeulen wie die AlQaida sind. Man sollte nicht vergessen, dass diese Leute erst durch den CIA aufgebaut wurden um den sowjets einzuheizen.</p>
<p>Bei allem Respekt unseren deutschen Mitbürgern <img src='http://andalusian.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> gegenüber sollten wir nicht vergessen, dass die meisten Deutschen Vorurteile auch gegen die sogenannten Ausländer hegen, die einen deutschen Pass haben und sich ab und zu mal ne Rote reinziehen. peace.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-74</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 22:38:22 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-74</guid>
		<description>Mattes schrieb mir als Antwort auf meinen Kommentar 28 folgende Mail, die ich hier mit seiner Erlaubnis veröffentliche:

Hallo Hakan

Nicht nur Du hast mit dem Niveau dieser Diskussion ein Problem. 

Es gibt für mich nicht verhandelbare Punkte, zum Beispiel das Bekenntnis zum Grundgesetz. Wenn mich das zum Paranoiker qualifiziert, nun gut.
Es steht Dir natürlich auch frei mich als Paranoiker zu betrachten, wenn Du etwas gegen meine Paranoia tun willst, dann schreib doch einfach auf Deinem Blog:

"Ich Hakan Turan, erkläre hiermit das für mich das Grundgesetz uneingeschränkt Gültigkeit hat und im Zweifelsfall Vorrang vor religiösen Vorschriften hat".

Mach das und wir können die Diskussion beenden und ein Bier trinken gehen, oder Jasmintee oder was immer Du trinken willst :-). Du kannst es auch lassen, dann nehme ich mir die Freiheit Dich weiterhin als Rethoriker zu betrachten, meine Liste der Leute auf die ich Hoffnung gesetzt habe um einen Eintrag kürzer zu machen und weiterhin meine Paranoia zu nähren.

Das Du jede Kritik als kindisch oder "Islamhass" abtust ist zwar menschlich verständlich, aber zu reagieren indem Du in einer wutschäumenden Textlawine unhaltbare Analogien einbettest bringt nichts.

Zwei Punkte dazu: 
1) Ich bedaure das es in Deutschland Hetzer und Mörder gibt, aber deshalb hat der deutsche Staat noch lange nicht die moralische Verpflichtung alle fremden Hetzer und Mörder gleichberechtigt zu behandeln und allen Mördern und Hetzern dieser Welt freien Aufenthalt zu gewähren.

2) Du kannst Dich über mein mehr oder weniger gelungenes Burkinibeispiel auch lächerlich machen, es sei Dir gegönnt. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache das Du Dich weigerst zur Kenntnis zu nehmen das die persönlichen Freiheiten auch Rückwirkungen auf gesellschaftliche Prozesse haben. Das berühmte Böckenförde-Theorem, schon wieder mal. 

Das Du meine Bedenken entweder als krank (Paranoia) abqualifizerst oder so tust als würdest Du sie nicht verstehen fördert meine Selbsteinsicht nicht wirklich. Ich kann nachvollziehen das Deine Nerven blank liegen, es muß schwierig sein als Moslem in Deutschland in diesen Zeiten ein positives Selbstverstädnnis zu wahren, aber die Diskussion abblocken und anderen Meinungen und Bedenken die Existenzberechtigung abzusprechen löst das Problem nicht, auch wenn es um Deinen Blog geht und Du Dich hier durchsetzen kannst.
Ich glaube alles in allem bin ich bei weitem nicht so emotional aufgewühlt wie Du, aber wenn Du Dich wieder beruhigt hast solltest Du vielleicht über Eines nachdenken:

Ich sehe mit Sorge das sich in der deutschen Gesellschaft das Potential für einen massiven backlash aufbaut, willst Du den wirklich erleben?
Wir leben in einenm gemeinsamen Land und solange Du meine Bedenken nicht ernst nimmst musst Du den Druck aushalten den ich deswegen produziere und von meiner Sorte gibt es eine ganze Menge. 

Mit hoffentlich bald weniger paranoiden Grüßen,      Mattes</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mattes schrieb mir als Antwort auf meinen Kommentar 28 folgende Mail, die ich hier mit seiner Erlaubnis veröffentliche:</p>
<p>Hallo Hakan</p>
<p>Nicht nur Du hast mit dem Niveau dieser Diskussion ein Problem. </p>
<p>Es gibt für mich nicht verhandelbare Punkte, zum Beispiel das Bekenntnis zum Grundgesetz. Wenn mich das zum Paranoiker qualifiziert, nun gut.<br />
Es steht Dir natürlich auch frei mich als Paranoiker zu betrachten, wenn Du etwas gegen meine Paranoia tun willst, dann schreib doch einfach auf Deinem Blog:</p>
<p>&#8220;Ich Hakan Turan, erkläre hiermit das für mich das Grundgesetz uneingeschränkt Gültigkeit hat und im Zweifelsfall Vorrang vor religiösen Vorschriften hat&#8221;.</p>
<p>Mach das und wir können die Diskussion beenden und ein Bier trinken gehen, oder Jasmintee oder was immer Du trinken willst :-). Du kannst es auch lassen, dann nehme ich mir die Freiheit Dich weiterhin als Rethoriker zu betrachten, meine Liste der Leute auf die ich Hoffnung gesetzt habe um einen Eintrag kürzer zu machen und weiterhin meine Paranoia zu nähren.</p>
<p>Das Du jede Kritik als kindisch oder &#8220;Islamhass&#8221; abtust ist zwar menschlich verständlich, aber zu reagieren indem Du in einer wutschäumenden Textlawine unhaltbare Analogien einbettest bringt nichts.</p>
<p>Zwei Punkte dazu:<br />
1) Ich bedaure das es in Deutschland Hetzer und Mörder gibt, aber deshalb hat der deutsche Staat noch lange nicht die moralische Verpflichtung alle fremden Hetzer und Mörder gleichberechtigt zu behandeln und allen Mördern und Hetzern dieser Welt freien Aufenthalt zu gewähren.</p>
<p>2) Du kannst Dich über mein mehr oder weniger gelungenes Burkinibeispiel auch lächerlich machen, es sei Dir gegönnt. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache das Du Dich weigerst zur Kenntnis zu nehmen das die persönlichen Freiheiten auch Rückwirkungen auf gesellschaftliche Prozesse haben. Das berühmte Böckenförde-Theorem, schon wieder mal. </p>
<p>Das Du meine Bedenken entweder als krank (Paranoia) abqualifizerst oder so tust als würdest Du sie nicht verstehen fördert meine Selbsteinsicht nicht wirklich. Ich kann nachvollziehen das Deine Nerven blank liegen, es muß schwierig sein als Moslem in Deutschland in diesen Zeiten ein positives Selbstverstädnnis zu wahren, aber die Diskussion abblocken und anderen Meinungen und Bedenken die Existenzberechtigung abzusprechen löst das Problem nicht, auch wenn es um Deinen Blog geht und Du Dich hier durchsetzen kannst.<br />
Ich glaube alles in allem bin ich bei weitem nicht so emotional aufgewühlt wie Du, aber wenn Du Dich wieder beruhigt hast solltest Du vielleicht über Eines nachdenken:</p>
<p>Ich sehe mit Sorge das sich in der deutschen Gesellschaft das Potential für einen massiven backlash aufbaut, willst Du den wirklich erleben?<br />
Wir leben in einenm gemeinsamen Land und solange Du meine Bedenken nicht ernst nimmst musst Du den Druck aushalten den ich deswegen produziere und von meiner Sorte gibt es eine ganze Menge. </p>
<p>Mit hoffentlich bald weniger paranoiden Grüßen,      Mattes</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Serdar</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-73</link>
		<author>Serdar</author>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 21:11:59 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-73</guid>
		<description>Ich hoffe doch, das hier wieder weiterdiskutiert wird :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hoffe doch, das hier wieder weiterdiskutiert wird <img src='http://andalusian.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-72</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 16:42:22 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-72</guid>
		<description>So, das war gestern genug Gemeckere von mir. Die Kommentarfunktion ist wieder aktiv und ich werde in regelmäßigen Abständen die Beiträge freischalten. 

Ich hatte im Übrigen nochmals eine sachliche Rücksprache mit Mattes per Mail, worüber ich mich wirklich gefreut habe. In Kürze möchte ich ggf. dazu nochmals Stellung beziehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So, das war gestern genug Gemeckere von mir. Die Kommentarfunktion ist wieder aktiv und ich werde in regelmäßigen Abständen die Beiträge freischalten. </p>
<p>Ich hatte im Übrigen nochmals eine sachliche Rücksprache mit Mattes per Mail, worüber ich mich wirklich gefreut habe. In Kürze möchte ich ggf. dazu nochmals Stellung beziehen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-71</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 01:27:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-71</guid>
		<description>Tut mir leid Mattes, deine Antwort ist eine einzige Enttäuschung und ich habe mit der Diskussionskultur, die du hier aktualisierst, einige gewaltige Probleme.

Zum einen gehst du - aus Zeitmangel natürlich - auf keinen einzigen meiner sehr ausführlich dargelegten Punkte ein. Stattdessen nimmst du meine Aussagen zum Anlass einen Stein nach dem anderen aus dem Antiislamsteinbruch hereinzutragen und auszustellen. Ich könnte jedes Mal noch so ausführlich darauf antworten, aber wiederum würdest du nur auf das eingehen, woran du den nächsten Stein aus dem Steinbruch vorführen kannst. Das könnte ewig so weitergehen, aber ich habe einfach keinen Bock darauf, verstehst du? Ich fordere vernünftige Argumente und nachvollziehbare Stellungnahmen, und keinen Anflüge von stark rechts riechender Antimoslemhetze, die sich auf Debatten nur einlässt um dem Gegenüber und vor allem der Leserschaft immer wieder und wieder die selben Themen der Anti-Islam-Internet-Stammtische darzubieten. Damit schreckt man die Mehrheit der am sachlichen Diskurs interessierten Leser ab - aber dazu wurde dieser Blog hier nicht eingerichtet.

Wenn du schreibst

”jemand der seine Mitbürger als “Scheißdeutsche” bezeichnet oder wie in Hamburg nach dem Mordprozess gegen diesen sogenannten Ehrenmörder irgendwas von “scheiß deutschen Nazis” rumgrölt, der wohnt vielleicht in Deutschland, aber er ist NICHT hier zu Hause!!!”

dann dreht sich mir - sorry vielmals - der Magen um. Jeder, der auch nur paar Zeilen meiner letzten Antwort an dich gelesen hätte, wüsste, dass ich mit “wir” nicht diese Halbstarken meine. Welche Arten von Leuten ich stattdessen meine, könntest du kinderleicht dem Kontext entnehmen, aber das ist dir völlig gleichgültig, weil es Leuten wie dir nicht um Verständigung, sondern um Bloßstellung und Verächtlichmachung geht. Vermutlich siehst du darin die Lösung der Moslemfrage in Deutschland: Solange demütigen und bloßstellen, bis sie von allen derart gehasst werden, dass sie entweder “heimgehen”, oder einen inneren Resetknopf drücken, nachdem sie nicht mehr als Muslime zu erkennen sind. Dass es genügend vorführbare Fälle von grandios gescheiterter Integration geht, kommt dir da gerade recht. Damit lädst du freilich nicht zur Diskussion ein - dafür ist ja keine Zeit - , sondern du schmeißt Millionen Muslime in einen Topf, klebst das Gesicht eines Halbstarken drauf und wirbst dafür, dass diese riesige Masse an Menschen an der Schuld Einzelner abgeurteilt wird. Wäre es dir recht, wenn die Deutschen ständig mit Nazis gleichgesetzt werden würden? Sicherlich nicht - völlig zurecht. Dann wirst du aber auch eines Tages verstehen müssen, warum mir bei einem Kommentar wie deinem die Lust zum Argumentieren vergeht.

Wie verhielte es sich nach deinem obigen Kommentar eigentlich mit Leuten, die nicht “Scheißdeutscher”, sondern “Scheißtürke” gröhlen? Sind diese denn in Deutschland zu Hause? Ist denn der Mörder von Marva el-Sherbini, der diese unbescholtenen Frau, als “Nutte”, “Islamistin” und “Terroristin” beschimpfte und sie schließlich bestialisch vor den Augen ihrer Familie ermordete in Deutschland zuhause? Sag mir bitte: Sind diese in Deutschland zu Hause? Ja oder nein? Ist er hier mehr oder weniger zuhause als der, der “Scheißdeutscher” gröhlt? Was zum Teufel ist das für eine beschissene Diskurskultur im Internet, in der man sich eine derartige Rhetorik am laufenden Band leistet, ohne sich auch nur einen Moment dafür schlecht fühlen zu müssen?

Mit solchen unfairen Fragen bzw. “Feststellungen” wie deinen zu provozieren hilft sich emotional hochzukochen, gegen die dummen anderen, in deinem Fall gegen die dummen Türken und Araber. Es hilft so manchem, sich seinen Hass auf Muslime so zurechtzulegen, dass man sich noch in den Spiegel schauen kann, ohne sich als fremdenfeindlich fühlen zu müssen. Aber es vergiftet jeden Diskurs und führt zu den unsäglichen Müllhalden in allen offenen Blogs, in denen jeder Türkenhasser und Moslemverachter seinen Mist abladen kann und sich keinen Moment verpflichtet fühlt auf sein Gegenüber auf Augenhöhe einzugehen. Und darauf habe ich abermals keinen Bock.

Wenn du schreibst

”Das Regelwerk zum Zusammenleben gibt es bereits, das ist das Grundgesetz, aber ein Bekenntnis zum Grundgesetz kann nicht so aussehen: http://www.zeit.de/online/2009/22/muslime-zentralrat-mazyek. Solche Rethorik alarmiert mich im höchsten Maß, ich kann für diese rethorischen Winkelzüge nur eine Erklärung finden und die ist eine “hidden agenda”."

dann drängt sich mir der Eindruck auf: hysterische Anti-Islam-Paranoia erster Klasse, bar an Argumenten aller Art. Jeder hier sollte mal Mazyeks Interview lesen und selbst urteilen - das meiste, was er schreibt, ist unter den meisten Muslimen in Deutschland common sense. Er streift auch Problemthemen, jedoch nur sehr kurz, aber dennoch deutlich genug, was aus meiner Sicht völlig berechtigt ist - oder sollte er nun auch die ganze Anti-Islam-Agenda runterlesen, kommentieren, bestätigen, auf muslimischen Patriarchen und Fundamentalisten verweisen und sich anschließend vom Islam distanzieren? Was wollt ihr eigentlich? Erwartet ihr wirklich im Ernst, dass eines Tages die Muslime kommen und sagen: Ok, wir haben gestern Abend beim Teetrinken festgestellt, dass sich der Islam und das Grundgesetz nicht vertragen, also distanzieren wir uns vom einen, oder dem anderen. Diesen Bullshit verkaufen seit Jahren schon die Vulgärislamisten als den Weg der Seligkeit und die vulgären Antiislamer als den Weg zur Integration. Sie wollen einfach nur draufhauen und polarisieren - und da ist jedes rhetorische Mittel recht. Sie alle bedienen primitive dualistische Weltbilder - sie interessieren sich weder dafür, was die realen Muslime wirklich denken und wie sie leben wollen, was sie überhaupt über den Islam und die Sharia wissen, wie die Muslime überhaupt zu islamischem Recht stehen, wie verschieden die Sichtweisen zu all dem sind, und wie sie Moderne und Religion miteinander aussöhnen und in welchem dramatischem Wandel das islamische Selbstverständnis und das klassische islamische Recht heutzutage ist. Jeder Anflug von Differenzierung und Kontextualisierung ist diesen Leuten fremd, und das macht einen symmetrischen Diskus so gut wie unmöglich. Warum bitte, lieber Mattes, sollte ein Muslim sich auf einen Diskurs einlassen, in dem er ständig nur reagieren und Dresche abwehren soll? Wieso können wir nicht einfach alles mit pro und contra differenziert ausdiskutieren, immer unter dem Vorbehalt, dass wir uns irren, oder den anderen falsch verstanden haben könnten? Wieso gelten elementare Regeln der Logik und die Unmöglichkeit von Verallgemeinerungsschlüssen nicht mehr, sobald es um Muslime geht?

”Stell Dir vor Du bist als Frau im Bikini in einem Freibad wo auch eine ganze Menge Männer sind und alle anderen Frauen tragen Burkini. Wenn diese Vorstellung Dir nicht klar macht warum Deine Theorie von der ach so bunten Gesellschaft nicht für alle eine positive Aussicht fällt mir nichts mehr ein.”

Nein, diese Vorstellung macht mir im Moment gar nichts klar, auch habe ich mir Zeit meines Lebens noch nie Gedanken um Burkinis gemacht. Aber wahrscheinlich bin ich da einfach noch nicht reif genug um die Tragweite dieses schrecklich Horrorszenarios zu begreifen. Bis dahin werde ich mich bemühen mich an den Problemen da draußen zu orientieren und dafür Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Womöglich hast du eine solche aufgebrachte Antwort nicht erwartet, tut mir leid, wenn das etwas plötzlich kam. Aber dir ist hoffentlich klar, dass es mir nicht um dich, sondern ganz allgemein um eine bestimmte Kommunikationsart geht, die ich hier auf meinem Blog nicht haben will. 

Da mir einfach die Zeit fehlt hier auf die absehbar vielen Anti-Islam-Kommentare zu antworten, und da ich weiß, dass sich praktisch alle Leser irgendwann mehr für die Anti-Islam-Hetze im Kommentarbereich interessieren, als für die eigentlichen Texte des Blogs, ist der Kommentarbereich ab sofort geschlossen.

Ich bitte darum Kommentare an meine Mailadresse andalusian@gmx.net zu schicken. Ich werde die Zusendungen selber in den Blog einstellen, auch die kritischen Beiträge, die mir persönlich sehr wichtig sind.

Was ich aber aussortieren möchte sind Beiträge vom genannten Typ, aus Gründen, die ich versucht habe plausibel machen. Wer jene Beiträge vermisst, der findet dieser Art sehr schnell in zahllosen Foren im Internet.

Nimm mir das bitte nicht übel, Mattes. In der Realität würden wir uns gewiss besser verstehen und ergiebiger diskutieren können als hier. Ich würde mich über Mails von dir freuen - und das ist nun nicht dahergelabert. Ich möchte aber, dass du verstehst, dass dieser Blog nicht der richtige Rahmen für eine vulgarisierten Diskurs ist. Ich verspreche, dass ich Mails von dir - und von anderen, die ähnlich denken wie du - auch öffentlich würdigen werde.

Gute Nacht und beste Grüße,
Hakan Turan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tut mir leid Mattes, deine Antwort ist eine einzige Enttäuschung und ich habe mit der Diskussionskultur, die du hier aktualisierst, einige gewaltige Probleme.</p>
<p>Zum einen gehst du - aus Zeitmangel natürlich - auf keinen einzigen meiner sehr ausführlich dargelegten Punkte ein. Stattdessen nimmst du meine Aussagen zum Anlass einen Stein nach dem anderen aus dem Antiislamsteinbruch hereinzutragen und auszustellen. Ich könnte jedes Mal noch so ausführlich darauf antworten, aber wiederum würdest du nur auf das eingehen, woran du den nächsten Stein aus dem Steinbruch vorführen kannst. Das könnte ewig so weitergehen, aber ich habe einfach keinen Bock darauf, verstehst du? Ich fordere vernünftige Argumente und nachvollziehbare Stellungnahmen, und keinen Anflüge von stark rechts riechender Antimoslemhetze, die sich auf Debatten nur einlässt um dem Gegenüber und vor allem der Leserschaft immer wieder und wieder die selben Themen der Anti-Islam-Internet-Stammtische darzubieten. Damit schreckt man die Mehrheit der am sachlichen Diskurs interessierten Leser ab - aber dazu wurde dieser Blog hier nicht eingerichtet.</p>
<p>Wenn du schreibst</p>
<p>”jemand der seine Mitbürger als “Scheißdeutsche” bezeichnet oder wie in Hamburg nach dem Mordprozess gegen diesen sogenannten Ehrenmörder irgendwas von “scheiß deutschen Nazis” rumgrölt, der wohnt vielleicht in Deutschland, aber er ist NICHT hier zu Hause!!!”</p>
<p>dann dreht sich mir - sorry vielmals - der Magen um. Jeder, der auch nur paar Zeilen meiner letzten Antwort an dich gelesen hätte, wüsste, dass ich mit “wir” nicht diese Halbstarken meine. Welche Arten von Leuten ich stattdessen meine, könntest du kinderleicht dem Kontext entnehmen, aber das ist dir völlig gleichgültig, weil es Leuten wie dir nicht um Verständigung, sondern um Bloßstellung und Verächtlichmachung geht. Vermutlich siehst du darin die Lösung der Moslemfrage in Deutschland: Solange demütigen und bloßstellen, bis sie von allen derart gehasst werden, dass sie entweder “heimgehen”, oder einen inneren Resetknopf drücken, nachdem sie nicht mehr als Muslime zu erkennen sind. Dass es genügend vorführbare Fälle von grandios gescheiterter Integration geht, kommt dir da gerade recht. Damit lädst du freilich nicht zur Diskussion ein - dafür ist ja keine Zeit - , sondern du schmeißt Millionen Muslime in einen Topf, klebst das Gesicht eines Halbstarken drauf und wirbst dafür, dass diese riesige Masse an Menschen an der Schuld Einzelner abgeurteilt wird. Wäre es dir recht, wenn die Deutschen ständig mit Nazis gleichgesetzt werden würden? Sicherlich nicht - völlig zurecht. Dann wirst du aber auch eines Tages verstehen müssen, warum mir bei einem Kommentar wie deinem die Lust zum Argumentieren vergeht.</p>
<p>Wie verhielte es sich nach deinem obigen Kommentar eigentlich mit Leuten, die nicht “Scheißdeutscher”, sondern “Scheißtürke” gröhlen? Sind diese denn in Deutschland zu Hause? Ist denn der Mörder von Marva el-Sherbini, der diese unbescholtenen Frau, als “Nutte”, “Islamistin” und “Terroristin” beschimpfte und sie schließlich bestialisch vor den Augen ihrer Familie ermordete in Deutschland zuhause? Sag mir bitte: Sind diese in Deutschland zu Hause? Ja oder nein? Ist er hier mehr oder weniger zuhause als der, der “Scheißdeutscher” gröhlt? Was zum Teufel ist das für eine beschissene Diskurskultur im Internet, in der man sich eine derartige Rhetorik am laufenden Band leistet, ohne sich auch nur einen Moment dafür schlecht fühlen zu müssen?</p>
<p>Mit solchen unfairen Fragen bzw. “Feststellungen” wie deinen zu provozieren hilft sich emotional hochzukochen, gegen die dummen anderen, in deinem Fall gegen die dummen Türken und Araber. Es hilft so manchem, sich seinen Hass auf Muslime so zurechtzulegen, dass man sich noch in den Spiegel schauen kann, ohne sich als fremdenfeindlich fühlen zu müssen. Aber es vergiftet jeden Diskurs und führt zu den unsäglichen Müllhalden in allen offenen Blogs, in denen jeder Türkenhasser und Moslemverachter seinen Mist abladen kann und sich keinen Moment verpflichtet fühlt auf sein Gegenüber auf Augenhöhe einzugehen. Und darauf habe ich abermals keinen Bock.</p>
<p>Wenn du schreibst</p>
<p>”Das Regelwerk zum Zusammenleben gibt es bereits, das ist das Grundgesetz, aber ein Bekenntnis zum Grundgesetz kann nicht so aussehen: <a href="http://www.zeit.de/online/2009/22/muslime-zentralrat-mazyek." rel="nofollow">http://www.zeit.de/online/2009/22/muslime-zentralrat-mazyek.</a> Solche Rethorik alarmiert mich im höchsten Maß, ich kann für diese rethorischen Winkelzüge nur eine Erklärung finden und die ist eine “hidden agenda”.&#8221;</p>
<p>dann drängt sich mir der Eindruck auf: hysterische Anti-Islam-Paranoia erster Klasse, bar an Argumenten aller Art. Jeder hier sollte mal Mazyeks Interview lesen und selbst urteilen - das meiste, was er schreibt, ist unter den meisten Muslimen in Deutschland common sense. Er streift auch Problemthemen, jedoch nur sehr kurz, aber dennoch deutlich genug, was aus meiner Sicht völlig berechtigt ist - oder sollte er nun auch die ganze Anti-Islam-Agenda runterlesen, kommentieren, bestätigen, auf muslimischen Patriarchen und Fundamentalisten verweisen und sich anschließend vom Islam distanzieren? Was wollt ihr eigentlich? Erwartet ihr wirklich im Ernst, dass eines Tages die Muslime kommen und sagen: Ok, wir haben gestern Abend beim Teetrinken festgestellt, dass sich der Islam und das Grundgesetz nicht vertragen, also distanzieren wir uns vom einen, oder dem anderen. Diesen Bullshit verkaufen seit Jahren schon die Vulgärislamisten als den Weg der Seligkeit und die vulgären Antiislamer als den Weg zur Integration. Sie wollen einfach nur draufhauen und polarisieren - und da ist jedes rhetorische Mittel recht. Sie alle bedienen primitive dualistische Weltbilder - sie interessieren sich weder dafür, was die realen Muslime wirklich denken und wie sie leben wollen, was sie überhaupt über den Islam und die Sharia wissen, wie die Muslime überhaupt zu islamischem Recht stehen, wie verschieden die Sichtweisen zu all dem sind, und wie sie Moderne und Religion miteinander aussöhnen und in welchem dramatischem Wandel das islamische Selbstverständnis und das klassische islamische Recht heutzutage ist. Jeder Anflug von Differenzierung und Kontextualisierung ist diesen Leuten fremd, und das macht einen symmetrischen Diskus so gut wie unmöglich. Warum bitte, lieber Mattes, sollte ein Muslim sich auf einen Diskurs einlassen, in dem er ständig nur reagieren und Dresche abwehren soll? Wieso können wir nicht einfach alles mit pro und contra differenziert ausdiskutieren, immer unter dem Vorbehalt, dass wir uns irren, oder den anderen falsch verstanden haben könnten? Wieso gelten elementare Regeln der Logik und die Unmöglichkeit von Verallgemeinerungsschlüssen nicht mehr, sobald es um Muslime geht?</p>
<p>”Stell Dir vor Du bist als Frau im Bikini in einem Freibad wo auch eine ganze Menge Männer sind und alle anderen Frauen tragen Burkini. Wenn diese Vorstellung Dir nicht klar macht warum Deine Theorie von der ach so bunten Gesellschaft nicht für alle eine positive Aussicht fällt mir nichts mehr ein.”</p>
<p>Nein, diese Vorstellung macht mir im Moment gar nichts klar, auch habe ich mir Zeit meines Lebens noch nie Gedanken um Burkinis gemacht. Aber wahrscheinlich bin ich da einfach noch nicht reif genug um die Tragweite dieses schrecklich Horrorszenarios zu begreifen. Bis dahin werde ich mich bemühen mich an den Problemen da draußen zu orientieren und dafür Lösungsmöglichkeiten zu suchen.</p>
<p>Womöglich hast du eine solche aufgebrachte Antwort nicht erwartet, tut mir leid, wenn das etwas plötzlich kam. Aber dir ist hoffentlich klar, dass es mir nicht um dich, sondern ganz allgemein um eine bestimmte Kommunikationsart geht, die ich hier auf meinem Blog nicht haben will. </p>
<p>Da mir einfach die Zeit fehlt hier auf die absehbar vielen Anti-Islam-Kommentare zu antworten, und da ich weiß, dass sich praktisch alle Leser irgendwann mehr für die Anti-Islam-Hetze im Kommentarbereich interessieren, als für die eigentlichen Texte des Blogs, ist der Kommentarbereich ab sofort geschlossen.</p>
<p>Ich bitte darum Kommentare an meine Mailadresse <a href="mailto:andalusian@gmx.net">andalusian@gmx.net</a> zu schicken. Ich werde die Zusendungen selber in den Blog einstellen, auch die kritischen Beiträge, die mir persönlich sehr wichtig sind.</p>
<p>Was ich aber aussortieren möchte sind Beiträge vom genannten Typ, aus Gründen, die ich versucht habe plausibel machen. Wer jene Beiträge vermisst, der findet dieser Art sehr schnell in zahllosen Foren im Internet.</p>
<p>Nimm mir das bitte nicht übel, Mattes. In der Realität würden wir uns gewiss besser verstehen und ergiebiger diskutieren können als hier. Ich würde mich über Mails von dir freuen - und das ist nun nicht dahergelabert. Ich möchte aber, dass du verstehst, dass dieser Blog nicht der richtige Rahmen für eine vulgarisierten Diskurs ist. Ich verspreche, dass ich Mails von dir - und von anderen, die ähnlich denken wie du - auch öffentlich würdigen werde.</p>
<p>Gute Nacht und beste Grüße,<br />
Hakan Turan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Mattes</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-69</link>
		<author>Mattes</author>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 20:48:43 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-69</guid>
		<description>Hallo Hakan

Ich fühle mich von der Textfülle ein bischen erschlagen, ganz einfach weil ich nicht genug Zeit habe um das alles aufzuarbeiten. Deshalb habe ich mal zwei Punkte rausgegriffen.

Das Regelwerk zum Zusammenleben gibt es bereits, das ist das Grundgesetz, aber ein Bekenntnis zum Grundgesetz kann nicht so aussehen: "http://www.zeit.de/online/2009/22/muslime-zentralrat-mazyek". Solche Rethorik alarmiert mich im höchsten Maß, ich kann für diese rethorischen Winkelzüge nur eine Erklärung finden und die ist eine "hidden agenda". Von Kolat und seiner fünften Kolonne Ankaras (oder besser Istanbuls) mal ganz zu schweigen.

Zum Thema "Wir SIND hier zu Hause": jemand der seine Mitbürger als "Scheißdeutsche" bezeichnet oder wie in Hamburg nach dem Mordprozess gegen diesen sogenannten Ehrenmörder irgendwas von "scheiß deutschen Nazis" rumgrölt, der wohnt vielleicht in Deutschland, aber er ist NICHT hier zu Hause!!!

Ich finde es übrigens nicht nebensächlich wenn Tiere geschächtet werden, Tierschutz, die Achtung gegenüber Mitgeschöpfen halte ich für einen wesentlichen Teil der Kultur.

Das Problem das ich sehe ist das hier von weiten Teilen der an der Diskussion beteiligten eine regelrechte Denkblockade gegenüber möglichen Konsequenzen der Entwicklung besteht. Mal ein Beispiel und ein Gedankenexperiment: 
Natürlich ist auf theoretischer Ebene Kleidung eine Entscheidung des Individuums. Aber das ist nur die theoretische Seite. Stell Dir vor Du bist als Frau im Bikini in einem Freibad wo auch eine ganze Menge Männer sind und alle anderen Frauen tragen Burkini. Wenn diese Vorstellung Dir nicht klar macht warum Deine Theorie von der ach so bunten Gesellschaft nicht für alle eine positive Aussicht fällt mir nichts mehr ein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hakan</p>
<p>Ich fühle mich von der Textfülle ein bischen erschlagen, ganz einfach weil ich nicht genug Zeit habe um das alles aufzuarbeiten. Deshalb habe ich mal zwei Punkte rausgegriffen.</p>
<p>Das Regelwerk zum Zusammenleben gibt es bereits, das ist das Grundgesetz, aber ein Bekenntnis zum Grundgesetz kann nicht so aussehen: &#8220;http://www.zeit.de/online/2009/22/muslime-zentralrat-mazyek&#8221;. Solche Rethorik alarmiert mich im höchsten Maß, ich kann für diese rethorischen Winkelzüge nur eine Erklärung finden und die ist eine &#8220;hidden agenda&#8221;. Von Kolat und seiner fünften Kolonne Ankaras (oder besser Istanbuls) mal ganz zu schweigen.</p>
<p>Zum Thema &#8220;Wir SIND hier zu Hause&#8221;: jemand der seine Mitbürger als &#8220;Scheißdeutsche&#8221; bezeichnet oder wie in Hamburg nach dem Mordprozess gegen diesen sogenannten Ehrenmörder irgendwas von &#8220;scheiß deutschen Nazis&#8221; rumgrölt, der wohnt vielleicht in Deutschland, aber er ist NICHT hier zu Hause!!!</p>
<p>Ich finde es übrigens nicht nebensächlich wenn Tiere geschächtet werden, Tierschutz, die Achtung gegenüber Mitgeschöpfen halte ich für einen wesentlichen Teil der Kultur.</p>
<p>Das Problem das ich sehe ist das hier von weiten Teilen der an der Diskussion beteiligten eine regelrechte Denkblockade gegenüber möglichen Konsequenzen der Entwicklung besteht. Mal ein Beispiel und ein Gedankenexperiment:<br />
Natürlich ist auf theoretischer Ebene Kleidung eine Entscheidung des Individuums. Aber das ist nur die theoretische Seite. Stell Dir vor Du bist als Frau im Bikini in einem Freibad wo auch eine ganze Menge Männer sind und alle anderen Frauen tragen Burkini. Wenn diese Vorstellung Dir nicht klar macht warum Deine Theorie von der ach so bunten Gesellschaft nicht für alle eine positive Aussicht fällt mir nichts mehr ein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-68</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 02:42:43 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-68</guid>
		<description>&lt;p&gt;Liebe Leserinnen und Leser,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;ich hatte in 21. einen kritischen Kommentar zu Katzenvaters Aufruf zum Boykott des deutschen Staates in 18. geschrieben. Wenn ihr mal sehen möchtet, welche Reaktionen ein  Kommentar wie 18. von Katzenvater bei Islamgegenern, die zudem sehr fleißig und gründlich recherchieren, auslösen kann, dann schaut doch mal in den vorletzten Kommentar in http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080/comment-page-2#comments und dann in die interessante Diskussion auf der Folgeseite http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080#comments rein. Dort könnt ihr sehen in welcher Schublade extreme Einzelmeinungen aus muslimischen Kreisen landen, und wer da zur Strafe für ausbleibenden Widerspruch noch alles in dieselbe Schublade gesteckt wird: eine große Minderheit unter den Muslimen. Manchmal weiß ich nicht, ob ich mich eher über die Hysterie der Islamgegner, oder über die Hysterie mancher Glaubensbrüder ärgern soll. Am besten: sich gar nicht ärgern und es selbst besser machen. An dieser Stelle ein Dank an meinen guten Freund Serdar und an Boothby, die sich für meine "Ehrenrettung" eingesetzt haben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schlaft inshallah gut, hayirli geceler, نوم العافية...&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
<p>ich hatte in 21. einen kritischen Kommentar zu Katzenvaters Aufruf zum Boykott des deutschen Staates in 18. geschrieben. Wenn ihr mal sehen möchtet, welche Reaktionen ein  Kommentar wie 18. von Katzenvater bei Islamgegenern, die zudem sehr fleißig und gründlich recherchieren, auslösen kann, dann schaut doch mal in den vorletzten Kommentar in <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080/comment-page-2#comments" rel="nofollow">http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080/comment-page-2#comments</a> und dann in die interessante Diskussion auf der Folgeseite <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080#comments" rel="nofollow">http://blog.zeit.de/joerglau/2009/10/02/iran-gibt-weniger-furs-militar-aus-als-schweden_3080#comments</a> rein. Dort könnt ihr sehen in welcher Schublade extreme Einzelmeinungen aus muslimischen Kreisen landen, und wer da zur Strafe für ausbleibenden Widerspruch noch alles in dieselbe Schublade gesteckt wird: eine große Minderheit unter den Muslimen. Manchmal weiß ich nicht, ob ich mich eher über die Hysterie der Islamgegner, oder über die Hysterie mancher Glaubensbrüder ärgern soll. Am besten: sich gar nicht ärgern und es selbst besser machen. An dieser Stelle ein Dank an meinen guten Freund Serdar und an Boothby, die sich für meine &#8220;Ehrenrettung&#8221; eingesetzt haben.</p>
<p>Schlaft inshallah gut, hayirli geceler, نوم العافية&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-67</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 21:05:58 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-67</guid>
		<description>"Die unreflektierte Übernahme nicht an die Moderne angepasster religiös legitimierter Lebensvorschriften aus einer Nomadengesellschaft des 7 Jahrhdts. erzeugt gesellschaftliche Sollbruchstellen.""

Mmhh... die islamische Tradition ist voll von grundlegender Reflexion über das, was wie aus Koran und authentischer Sunna übernommen werden soll. Eine unreflektierte Übernahme gibt es heute trotzdem - das ist aber nicht gute islamische Methode. (Für mehr Details dazu siehe z B. hier: http://andalusian.de/2009/08/16/islamisches-recht-richtig-verstanden/) Außerdem ist es mehr als eine platte Floskel, dass viele Muslime heute eine schwer zu trennende Mischung aus Tradition und wie auch immer überlieferter Religion praktzieren. Insofern ist es nachträglich schwer auszumachen, was an der Lebensweise der Muslime wirklich aus der Religion kommt, was in der lokalen Herkunftskultur begründet liegt, was ein Unterschichten- und Unterprivilegiertenphänomen ist, was aus Bildungsarmut resultiert und und und...

Unabhängig von der Herkunft gewisser Lebensweisen gebe ich aber zu, dass jedes von der Mehrheitsgesellschaft abweichende Spezifikum zu einem artspezifizierenden Unterschied zum Genus Proximum (hier also die Mehrheitsgesellschaft) führt. Aber sind das wirklich Sollbruchstellen? Oder doch nur legitime Spielarten des Menschseins?

"Das bedeutet das, solange die religiösen Grundlagen der Kultur nicht zeitgemäß interpretiert werden, der einzige Kitt dieser sogenannten pluralistischen Gesellschaft die ökonomische Belohnung der Verdrängung ist."

Das erscheint mir etwas zu wenig. Was ist mit dem Anerkennungsdrang des Menschen? Was ist mit dem Bedürfnis von allen auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden? Mir ist es sehr wichtig verstanden zu werden. Was viele nicht ahnen: Den meisten Muslimen, gerade auch den praktiziernden, ist es sehr wichtig verstanden zu werden - gerade von denen, die am weitesten vom islamischen Glauben entfernt sind. Ich denke, da gibt es menschliche Bedürfnisse, die von der bloßen Zugehörigkeit zu einer Religion nicht abgedeckt werden. Und eine zweites: Ich glaube, dass Identifikation eine große Rolle spielt. Warum sollte sich ein Muslim nicht sowohl mit islamischer Lebensweise, als auch mit Errungenschaften der Moderne oder Deutschlands identifizieren können? Was denkst du, wie muslimische Jugendliche fühlen, wenn sie erleben, wie weit es der Westen in vielen Dingen gebracht hat, was theoretisch die Muslime hätten leisten sollen.

Ein ganz wichtiger Punkt wäre mir noch folgender: Der Muslim verfügt nicht nur über eine islamische Identität. Die allerwenigsten Muslime definieren sich ausschließlich über ihre Religion. Überall gibt es Identitäten hinsichtlich Beruf, Bildungsstand, Hobbies, Lieblingssport etc. Wenn man einen Muslim auf den Islam reduzieren könnte - dann hättest du sicher recht. Aber das ist trotz allem Anschein in den wenigsten Fällen so.

"Ohne ein dauerhaftes Konzept auf dem Zusammenleben organisiert werden kann ist mir das Risiko zu groß..."

Dieses Konzept gibt es in Deutschland schon. Unter ihr ist viel Platz für verschiedene Metaphysiken, Moralen und Lebensentwürfe. Dieses Konzept ist das Grundgesetz und die freiheitlich demokratische Grundordnung. Wenn dem noch eine verbindliche deutsche Leitkultur vorgeschaltet werden soll, wird es aber komplizierter. Wie soll die denn aussehen? Und was machen wir mit den Deutschen, die sich darin nicht integrieren wollen? Darum bevorzuge ich die liberale Demokratie, mit all ihren Schwächen und Schikanen. Sie ist einfach das beste, was wir gerade haben. Und Deutschland kann auf seine Version wirklich stolz sein. Und noch was: Die Deutschen bilden hier die Mehrheit. Sie sollten ohne Komplexe und schlechtes Gewissen diese Kultur vertreten und verteidigen - aber nicht gegen die Muslime, sondern aus Liebe zu Deutschland, wenn ich mal diese unter "normalen" Deutschen so unpopuläre Wortkonstellation verwenden darf. Wenn Muslime selbstbewusst auftreten - warum tun es die Deutschen dann nicht auch (ich meine damit jetzt nicht Straßenschlachten, sondern den friedlichen Alltag, der so viele Kategorien definiert)? Warum müssen Muslime als Anlass für manche Deutsche herhalten, um ihre Identität in Abgrenzung zu den manchen unlieben "Gästen" zu definieren? Ich glaube, die deutsche Kultur ist reich genug, dass sie einer derartigen Negativfolie nicht bedarf. Aber ich möchte mich da auch nicht zu sehr in "interne" Angelegenheiten einmischen (obwohl ich so "extern" nicht bin).

"dann wollen wir wenigstens unsere Religion und Kultur leben wie wir wollen"

Naja, da ist aber noch mehr im Gange. Selbst in der religiösen Jugend der Muslime ist eine deutliche Zuwendung zu eher typisch westlichen Tugenden wie Leistugnsorientiertheit und der Wunsch nach mehr Geschlechtergleichheit zu verzeichnen. Die Religion liefert die Identität und die Sinnesorientierung, ferner auch Lebenspraktiken - aber all dies findet in einer deutschlandtypischen Auslegung statt, die meiner Einschätzung nach ohne den Rahmen des GG nicht möglich wäre. Wenn hier das Argument der sozialen Brennpunkte kommt, dann glaube mir: Kein Türke würde freiwillg in einem sozialen Brennpunkt leben wollen, und lebten dort noch so liebe Türken. Und ich sage das als Türke, der sich für seine Wurzeln ganz und gar nicht schämt (warum schämen sich eigentlich so viele Deutsche so etwas Banales in Bezug auf ihr eigenen Wurzieln zu formulieren? Dafür können die Türken nun aber wirklich nichts...). 

Ich persönlich glaube, dass sich - speziell in meinem Umfeld - deutsch-türkisch-islamische Identitäten ausgebildet haben und weiterhin ausbilden. Das Problem an der ganzen Sache ist: Das deutsche Element wird oftmals weder von dem Muslimen, noch von Deutschen als solches wahrgenommen. Vielleicht wäre das alles einfacher, wenn die Deutschen selbst ein klareres Verhältnis zu ihrem Deutschsein hätten.

"Also keine (Blinden)Hunde mehr in unseren Stadtvierteln,"

Come on, Mattes. Es gibt ganze Häuserblocks im toleranten stuttgarter Raum, wo man keine Türken als Mieter haben will, weil das dort den Kaufwert der Wohnungen senken würde. Das halte ich für viel bedenklicher als die Hundegeschichte, von der ich sicher bin, dass sie sehr sehr selten ist, wenn auch zugegebenerweise grotesk und aus der Sicht der Deutschen völlig nachvollziehbarerweise unsinnig - und mit einem prinzipiellen Verbot hätten auch viele Muslime ein Problem. 

"das Recht zu schächten in für jeden Metzger"

Das wird sicherlich zu keinem Bürgerkrieg in unseren Städten führen. Auch bleiben hier mehrere Prozeduren für Schächtungen offen. Außerdem ist mittlerweile auch Wiesenhof zum islamischen Schächten übergegangen - wiederum aus klugem Profitkalkül. Darum die Frage: Wie schlimm ist das wirklich?

"kein Bilderzwang mehr in den Ausweisen"

Wenn du das erwähnst, dann gehe ich davon aus, dass es solche Fälle gibt, auch wenn ich nicht den Anflug eines Gerüchts im migrantenreichen Stuttgart dazu vernommen habe (man helfe mir nach, wenn ich mich irre). Die Lösung besteht meines Erachtens im offenen Diskurs der beteiligten Parteien, wobei auch innerislamisch mehrere Stimmen eingeholt werden sollten. So kann man auch auf pseudoislamische Ansprüche reagieren. Mir ist nicht bekannt, dass in meinem Umfeld jemand auf eine derartige aberwitzige Idee gekommen wäre. Natürlich wäre das alles viel Unkomplizierter, wenn es keine praktizierenden Muslime in Deutschland gäbe, wenn seinerzeit nur Gastarbeiter aus christlichen Ländern angeworben worden wären etc. etc. Aber such ist life, das ist das Material mit dem wir nun mal weiterarbeiten müssen. Also nützen retrospektive Idylleszenarien niemanden, außer höchstens den Rechtspopulisten, die Migranten gerne wieder in ihre "Heimat" schicken würden.

"Wie geht es dann weiter?"

Mmhh.. Ich glaube auch, dass noch eine ganze Reihe skurriler Forderungen folgen könnten. Aber das bereitet mir keine großen Kopfzerbrechen . Zu einem großen Teil werden das Einzelfälle bleiben. Die Gesellschaft wird dadurch nicht ins Chaos versinken. Auch wird es keine befreiten Zonen geben, in denen die Shari'a eingeführt wird oder so. Ich halte die meisten Chaosszenarien für an den Haaren herbeigezogen. Und ich ziehe diesen Optimisus aus meiner Erfahrung, dass (1) die meisten religiösen Muslime sehr wohl auf die Sensibilitäten der Mehrheitsgesellschaft achten , (2) die meisten Probleme keine ideologischen, sondern soziale Hintergründe haben, was sich in sehr kurzer Zeit zum Positiven (aber leider auch zum Negativen) wandeln kann, und dass (3) die Überbetonung von skurrilen Erwartungen muslimischer Einzelfälle den meisten Muslimen sehr peinlich sind und eigentlich nur durch die mediale Aufmerksamkeit eine unverdiente Omnipräsenz erhalten.

Weißt du, mein Problem ist, dass ich zu viele Muslime aus verschiedensten Schichten und Altergruppen erlebt habe, die zwar in vielerlei Hinsicht traditionell sind, aber gerade die klassischen Muslim-Kriteirien deutscher Kulturkämpfer nicht zu erfüllen bereit sind: anständige Leute, konservativ, aber weitgehend integriert, leistungsbereit und unkompliziert. Solange ich das erlebe, bleibe ich bei meinem Optimismus.

Was haben wir denn auch sonst, außer einem aktionistischen Optimismus?

Was ist denn die Alternative dazu Entwicklungen zu verfolgen und mitzusteuern und daran zu glauben, dass ein ehrlicher Dialog und bei gegebener Kompetenz ein kritischer Diskurs uns klarmacht, was dem anderen wichtig ist?

Andererseits ist es ohne Zweifel auch wahr, dass Deutschland sein Gesicht verändert hat. Das ist aber nicht rückgängig machbar. Ob es ein Fehler war Migranten einer bestimmten Religion mehrheitlich aus einer bestimmten sozialen Schichte herzuholen ist eine anachronistische Diskussion. Mir und hunderttausenden junger Muslime nützt die Frage nichts, ob wir es "zuhause" nicht leichter hätten. Wir SIND hier zuhause. 

Und Integration ist ein Prozess der mehrheitlich die Migranten betrifft - aber auch die Mehrheitsgesellschaft braucht eine Integration in die neue, wohlgemerkt pluralistischer gewordene Gesellschaft. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben - aber dass diese multikulturelle Gesellschaft den Diskurs braucht. Denn die Minderheit fühlt sich unverstanden, und die Mehrheit stellenweise überfremdet. Eine komische Beziehung ist das, in der wir leben... Man könnte sagen: eine Art Zwangsheirat. Aber warum motzen, wenn man nicht auch das beste daraus machen kann? Bei mir ist daraus Liebe geworden - warum sollte es bei anderen nicht auch möglich sein? 

Ich verstehe es, wenn manche Deutsche sich Sorgen um die Zukunft deutscher Kultur machen. Du wirst aber bestimmt nachvollziehen, dass mir die Interessen der Migranten auch als beachtenswürdig erscheinen, auch wenn diese bisweilen rein religiös bedingt sind. Man vergesse aber nicht: Auch die Wahrnehmung von Religion verändert sich. Auf meinem Blog habe ich Texte eingestellt, die einen Eindruck davon vermitteln sollen, auf welchen theoretischen und praktischen Grundlagen deutsch-türkisch-islamische Identitäten (oder andere nationale Mischkulturen) entstehen. Mein Projekt steht noch am Beginn. Aber ich bin an Meinungen, Gegenmeinungen und Anregungen sehr interessiert.

Nun hoffe ich, dass ich dich nicht wegtextet habe und zumindest bisschen auf deine Frage antworten konnte. Sie hat mich zum Schreiben inspiriert. Vielleicht mache ich aus einigen der Diskussionsbeiträge hier eigene Artikel. Nur an der verfluchten Zeit mangelt es, wo man auch hingeht, waaaah...

Mich würde hier noch interessieren: Wie stellst du dir ein dauerhaftes Konzept des Zusammenlebens vor, wenn dir meines nicht aussichtsreich erscheint? Kannst dich gerne knapper halten als ich.

Ach und noch was: Mich würde auch interessieren, was die anderen Leser, vor allem auch die muslimischen zu den hier geäußerten Aussagen meinen. Sehe ich die Situation aus der Sicht der muslimischen Leser richtig? Oder verallgemeinere ich einfach unzulässigerweise meine positiven Erfahrungen mit Deutschland und meine Sicht auf den Islam? Und an die nicht muslimischen Leser: Ist meine Argumentation plausibel? Oder widerspricht sie völlig Ihren Erfahrungen und Eindrücken? Alles, was ich schreibe, ist vorläufig und ich bin an einer ständigen Korrektur interessiert, also bitte ran an die Tasten und raus mit den Argumenten, ich bin für jedes Feedback dankbar. 

Mit besten Grüßen und Selam,
Hakan Turan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die unreflektierte Übernahme nicht an die Moderne angepasster religiös legitimierter Lebensvorschriften aus einer Nomadengesellschaft des 7 Jahrhdts. erzeugt gesellschaftliche Sollbruchstellen.&#8221;"</p>
<p>Mmhh&#8230; die islamische Tradition ist voll von grundlegender Reflexion über das, was wie aus Koran und authentischer Sunna übernommen werden soll. Eine unreflektierte Übernahme gibt es heute trotzdem - das ist aber nicht gute islamische Methode. (Für mehr Details dazu siehe z B. hier: <a href="http://andalusian.de/2009/08/16/islamisches-recht-richtig-verstanden/" rel="nofollow">http://andalusian.de/2009/08/16/islamisches-recht-richtig-verstanden/</a>) Außerdem ist es mehr als eine platte Floskel, dass viele Muslime heute eine schwer zu trennende Mischung aus Tradition und wie auch immer überlieferter Religion praktzieren. Insofern ist es nachträglich schwer auszumachen, was an der Lebensweise der Muslime wirklich aus der Religion kommt, was in der lokalen Herkunftskultur begründet liegt, was ein Unterschichten- und Unterprivilegiertenphänomen ist, was aus Bildungsarmut resultiert und und und&#8230;</p>
<p>Unabhängig von der Herkunft gewisser Lebensweisen gebe ich aber zu, dass jedes von der Mehrheitsgesellschaft abweichende Spezifikum zu einem artspezifizierenden Unterschied zum Genus Proximum (hier also die Mehrheitsgesellschaft) führt. Aber sind das wirklich Sollbruchstellen? Oder doch nur legitime Spielarten des Menschseins?</p>
<p>&#8220;Das bedeutet das, solange die religiösen Grundlagen der Kultur nicht zeitgemäß interpretiert werden, der einzige Kitt dieser sogenannten pluralistischen Gesellschaft die ökonomische Belohnung der Verdrängung ist.&#8221;</p>
<p>Das erscheint mir etwas zu wenig. Was ist mit dem Anerkennungsdrang des Menschen? Was ist mit dem Bedürfnis von allen auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden? Mir ist es sehr wichtig verstanden zu werden. Was viele nicht ahnen: Den meisten Muslimen, gerade auch den praktiziernden, ist es sehr wichtig verstanden zu werden - gerade von denen, die am weitesten vom islamischen Glauben entfernt sind. Ich denke, da gibt es menschliche Bedürfnisse, die von der bloßen Zugehörigkeit zu einer Religion nicht abgedeckt werden. Und eine zweites: Ich glaube, dass Identifikation eine große Rolle spielt. Warum sollte sich ein Muslim nicht sowohl mit islamischer Lebensweise, als auch mit Errungenschaften der Moderne oder Deutschlands identifizieren können? Was denkst du, wie muslimische Jugendliche fühlen, wenn sie erleben, wie weit es der Westen in vielen Dingen gebracht hat, was theoretisch die Muslime hätten leisten sollen.</p>
<p>Ein ganz wichtiger Punkt wäre mir noch folgender: Der Muslim verfügt nicht nur über eine islamische Identität. Die allerwenigsten Muslime definieren sich ausschließlich über ihre Religion. Überall gibt es Identitäten hinsichtlich Beruf, Bildungsstand, Hobbies, Lieblingssport etc. Wenn man einen Muslim auf den Islam reduzieren könnte - dann hättest du sicher recht. Aber das ist trotz allem Anschein in den wenigsten Fällen so.</p>
<p>&#8220;Ohne ein dauerhaftes Konzept auf dem Zusammenleben organisiert werden kann ist mir das Risiko zu groß&#8230;&#8221;</p>
<p>Dieses Konzept gibt es in Deutschland schon. Unter ihr ist viel Platz für verschiedene Metaphysiken, Moralen und Lebensentwürfe. Dieses Konzept ist das Grundgesetz und die freiheitlich demokratische Grundordnung. Wenn dem noch eine verbindliche deutsche Leitkultur vorgeschaltet werden soll, wird es aber komplizierter. Wie soll die denn aussehen? Und was machen wir mit den Deutschen, die sich darin nicht integrieren wollen? Darum bevorzuge ich die liberale Demokratie, mit all ihren Schwächen und Schikanen. Sie ist einfach das beste, was wir gerade haben. Und Deutschland kann auf seine Version wirklich stolz sein. Und noch was: Die Deutschen bilden hier die Mehrheit. Sie sollten ohne Komplexe und schlechtes Gewissen diese Kultur vertreten und verteidigen - aber nicht gegen die Muslime, sondern aus Liebe zu Deutschland, wenn ich mal diese unter &#8220;normalen&#8221; Deutschen so unpopuläre Wortkonstellation verwenden darf. Wenn Muslime selbstbewusst auftreten - warum tun es die Deutschen dann nicht auch (ich meine damit jetzt nicht Straßenschlachten, sondern den friedlichen Alltag, der so viele Kategorien definiert)? Warum müssen Muslime als Anlass für manche Deutsche herhalten, um ihre Identität in Abgrenzung zu den manchen unlieben &#8220;Gästen&#8221; zu definieren? Ich glaube, die deutsche Kultur ist reich genug, dass sie einer derartigen Negativfolie nicht bedarf. Aber ich möchte mich da auch nicht zu sehr in &#8220;interne&#8221; Angelegenheiten einmischen (obwohl ich so &#8220;extern&#8221; nicht bin).</p>
<p>&#8220;dann wollen wir wenigstens unsere Religion und Kultur leben wie wir wollen&#8221;</p>
<p>Naja, da ist aber noch mehr im Gange. Selbst in der religiösen Jugend der Muslime ist eine deutliche Zuwendung zu eher typisch westlichen Tugenden wie Leistugnsorientiertheit und der Wunsch nach mehr Geschlechtergleichheit zu verzeichnen. Die Religion liefert die Identität und die Sinnesorientierung, ferner auch Lebenspraktiken - aber all dies findet in einer deutschlandtypischen Auslegung statt, die meiner Einschätzung nach ohne den Rahmen des GG nicht möglich wäre. Wenn hier das Argument der sozialen Brennpunkte kommt, dann glaube mir: Kein Türke würde freiwillg in einem sozialen Brennpunkt leben wollen, und lebten dort noch so liebe Türken. Und ich sage das als Türke, der sich für seine Wurzeln ganz und gar nicht schämt (warum schämen sich eigentlich so viele Deutsche so etwas Banales in Bezug auf ihr eigenen Wurzieln zu formulieren? Dafür können die Türken nun aber wirklich nichts&#8230;). </p>
<p>Ich persönlich glaube, dass sich - speziell in meinem Umfeld - deutsch-türkisch-islamische Identitäten ausgebildet haben und weiterhin ausbilden. Das Problem an der ganzen Sache ist: Das deutsche Element wird oftmals weder von dem Muslimen, noch von Deutschen als solches wahrgenommen. Vielleicht wäre das alles einfacher, wenn die Deutschen selbst ein klareres Verhältnis zu ihrem Deutschsein hätten.</p>
<p>&#8220;Also keine (Blinden)Hunde mehr in unseren Stadtvierteln,&#8221;</p>
<p>Come on, Mattes. Es gibt ganze Häuserblocks im toleranten stuttgarter Raum, wo man keine Türken als Mieter haben will, weil das dort den Kaufwert der Wohnungen senken würde. Das halte ich für viel bedenklicher als die Hundegeschichte, von der ich sicher bin, dass sie sehr sehr selten ist, wenn auch zugegebenerweise grotesk und aus der Sicht der Deutschen völlig nachvollziehbarerweise unsinnig - und mit einem prinzipiellen Verbot hätten auch viele Muslime ein Problem. </p>
<p>&#8220;das Recht zu schächten in für jeden Metzger&#8221;</p>
<p>Das wird sicherlich zu keinem Bürgerkrieg in unseren Städten führen. Auch bleiben hier mehrere Prozeduren für Schächtungen offen. Außerdem ist mittlerweile auch Wiesenhof zum islamischen Schächten übergegangen - wiederum aus klugem Profitkalkül. Darum die Frage: Wie schlimm ist das wirklich?</p>
<p>&#8220;kein Bilderzwang mehr in den Ausweisen&#8221;</p>
<p>Wenn du das erwähnst, dann gehe ich davon aus, dass es solche Fälle gibt, auch wenn ich nicht den Anflug eines Gerüchts im migrantenreichen Stuttgart dazu vernommen habe (man helfe mir nach, wenn ich mich irre). Die Lösung besteht meines Erachtens im offenen Diskurs der beteiligten Parteien, wobei auch innerislamisch mehrere Stimmen eingeholt werden sollten. So kann man auch auf pseudoislamische Ansprüche reagieren. Mir ist nicht bekannt, dass in meinem Umfeld jemand auf eine derartige aberwitzige Idee gekommen wäre. Natürlich wäre das alles viel Unkomplizierter, wenn es keine praktizierenden Muslime in Deutschland gäbe, wenn seinerzeit nur Gastarbeiter aus christlichen Ländern angeworben worden wären etc. etc. Aber such ist life, das ist das Material mit dem wir nun mal weiterarbeiten müssen. Also nützen retrospektive Idylleszenarien niemanden, außer höchstens den Rechtspopulisten, die Migranten gerne wieder in ihre &#8220;Heimat&#8221; schicken würden.</p>
<p>&#8220;Wie geht es dann weiter?&#8221;</p>
<p>Mmhh.. Ich glaube auch, dass noch eine ganze Reihe skurriler Forderungen folgen könnten. Aber das bereitet mir keine großen Kopfzerbrechen . Zu einem großen Teil werden das Einzelfälle bleiben. Die Gesellschaft wird dadurch nicht ins Chaos versinken. Auch wird es keine befreiten Zonen geben, in denen die Shari&#8217;a eingeführt wird oder so. Ich halte die meisten Chaosszenarien für an den Haaren herbeigezogen. Und ich ziehe diesen Optimisus aus meiner Erfahrung, dass (1) die meisten religiösen Muslime sehr wohl auf die Sensibilitäten der Mehrheitsgesellschaft achten , (2) die meisten Probleme keine ideologischen, sondern soziale Hintergründe haben, was sich in sehr kurzer Zeit zum Positiven (aber leider auch zum Negativen) wandeln kann, und dass (3) die Überbetonung von skurrilen Erwartungen muslimischer Einzelfälle den meisten Muslimen sehr peinlich sind und eigentlich nur durch die mediale Aufmerksamkeit eine unverdiente Omnipräsenz erhalten.</p>
<p>Weißt du, mein Problem ist, dass ich zu viele Muslime aus verschiedensten Schichten und Altergruppen erlebt habe, die zwar in vielerlei Hinsicht traditionell sind, aber gerade die klassischen Muslim-Kriteirien deutscher Kulturkämpfer nicht zu erfüllen bereit sind: anständige Leute, konservativ, aber weitgehend integriert, leistungsbereit und unkompliziert. Solange ich das erlebe, bleibe ich bei meinem Optimismus.</p>
<p>Was haben wir denn auch sonst, außer einem aktionistischen Optimismus?</p>
<p>Was ist denn die Alternative dazu Entwicklungen zu verfolgen und mitzusteuern und daran zu glauben, dass ein ehrlicher Dialog und bei gegebener Kompetenz ein kritischer Diskurs uns klarmacht, was dem anderen wichtig ist?</p>
<p>Andererseits ist es ohne Zweifel auch wahr, dass Deutschland sein Gesicht verändert hat. Das ist aber nicht rückgängig machbar. Ob es ein Fehler war Migranten einer bestimmten Religion mehrheitlich aus einer bestimmten sozialen Schichte herzuholen ist eine anachronistische Diskussion. Mir und hunderttausenden junger Muslime nützt die Frage nichts, ob wir es &#8220;zuhause&#8221; nicht leichter hätten. Wir SIND hier zuhause. </p>
<p>Und Integration ist ein Prozess der mehrheitlich die Migranten betrifft - aber auch die Mehrheitsgesellschaft braucht eine Integration in die neue, wohlgemerkt pluralistischer gewordene Gesellschaft. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben - aber dass diese multikulturelle Gesellschaft den Diskurs braucht. Denn die Minderheit fühlt sich unverstanden, und die Mehrheit stellenweise überfremdet. Eine komische Beziehung ist das, in der wir leben&#8230; Man könnte sagen: eine Art Zwangsheirat. Aber warum motzen, wenn man nicht auch das beste daraus machen kann? Bei mir ist daraus Liebe geworden - warum sollte es bei anderen nicht auch möglich sein? </p>
<p>Ich verstehe es, wenn manche Deutsche sich Sorgen um die Zukunft deutscher Kultur machen. Du wirst aber bestimmt nachvollziehen, dass mir die Interessen der Migranten auch als beachtenswürdig erscheinen, auch wenn diese bisweilen rein religiös bedingt sind. Man vergesse aber nicht: Auch die Wahrnehmung von Religion verändert sich. Auf meinem Blog habe ich Texte eingestellt, die einen Eindruck davon vermitteln sollen, auf welchen theoretischen und praktischen Grundlagen deutsch-türkisch-islamische Identitäten (oder andere nationale Mischkulturen) entstehen. Mein Projekt steht noch am Beginn. Aber ich bin an Meinungen, Gegenmeinungen und Anregungen sehr interessiert.</p>
<p>Nun hoffe ich, dass ich dich nicht wegtextet habe und zumindest bisschen auf deine Frage antworten konnte. Sie hat mich zum Schreiben inspiriert. Vielleicht mache ich aus einigen der Diskussionsbeiträge hier eigene Artikel. Nur an der verfluchten Zeit mangelt es, wo man auch hingeht, waaaah&#8230;</p>
<p>Mich würde hier noch interessieren: Wie stellst du dir ein dauerhaftes Konzept des Zusammenlebens vor, wenn dir meines nicht aussichtsreich erscheint? Kannst dich gerne knapper halten als ich.</p>
<p>Ach und noch was: Mich würde auch interessieren, was die anderen Leser, vor allem auch die muslimischen zu den hier geäußerten Aussagen meinen. Sehe ich die Situation aus der Sicht der muslimischen Leser richtig? Oder verallgemeinere ich einfach unzulässigerweise meine positiven Erfahrungen mit Deutschland und meine Sicht auf den Islam? Und an die nicht muslimischen Leser: Ist meine Argumentation plausibel? Oder widerspricht sie völlig Ihren Erfahrungen und Eindrücken? Alles, was ich schreibe, ist vorläufig und ich bin an einer ständigen Korrektur interessiert, also bitte ran an die Tasten und raus mit den Argumenten, ich bin für jedes Feedback dankbar. </p>
<p>Mit besten Grüßen und Selam,<br />
Hakan Turan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Mattes</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-66</link>
		<author>Mattes</author>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 19:13:17 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-66</guid>
		<description>Hallo Hakan

Deine Antwort bezieht sich im wesentlichen auf Terrorismus. Das war _nicht_ mein Thema.
Ich versuche es anders.

Um mit dem Thema "Terrorismus" aufzuräumen: ich betrachte die Terroristen nicht als wesentliches Problem. Ihre Handlungen sind klar als Verbrechen erkennbar, der Konsens sie zu bekämpfen vorhanden, die notwendigen Mittel sind verfügbar und funktionieren im wesentlichen. Außer in exotischen Szenarien (praktisch nur geklaute Atomwaffen) ist das Schadenspotential eines Terroranschlags nicht in der Lage unseren westlichen Gesellschaften wesentlichen Schaden zuzufügen und wir verfügen über die militärische Projektionskapazität auch weit entfernte Rückzugsgebiete zu erreichen und aufzurollen, von den Terroristen selbst ganz zu schweigen.
Das alles ist ein operatives, kein konzeptionelles Problem! Vergessen wir es also mal.

Wie alle Konflikte beginnt aber auch der Terrorismus nicht auf dem Schlachtfeld, sondern er endet dort nur.

Der Beginn liegt in der Gesellschaft und genau darum ging es mir. 
Ich stelle jetzt meine These mal kurz und knapp dar (ich bin ja kein Sozialpädagoge):

Die unreflektierte Übernahme nicht an die Moderne angepasster religiös legitimierter Lebensvorschriften aus einer Nomadengesellschaft des 7 Jahrhdts. erzeugt gesellschaftliche Sollbruchstellen. 

Das bedeutet das, solange die religiösen Grundlagen der Kultur nicht zeitgemäß interpretiert werden, der einzige Kitt dieser sogenannten pluralistischen Gesellschaft die ökonomische Belohnung der Verdrängung ist.

Ohne ein dauerhaftes Konzept auf dem Zusammenleben organisiert werden kann ist mir das Risiko zu groß, denn die Überlegung: wenn wir keinen Vorteil mehr haben, die Studienplätze Geld kosten oder Hartz4 gekürzt wird, dann wollen wir wenigstens unsere Religion und Kultur leben wie wir wollen. Also keine (Blinden)Hunde mehr in unseren Stadtvierteln, das Recht zu schächten in für jeden Metzger, kein Bilderzwang mehr in den Ausweisen, etc pp. Wie geht es dann weiter? 

Das Böckenförde-Dilemma ist nur allzu real! Und darauf bist Du mit keinem Wort eingegangen. Na gut, ich warte gespannt auf die Beiträge zum pluralistischen Deutschland.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hakan</p>
<p>Deine Antwort bezieht sich im wesentlichen auf Terrorismus. Das war _nicht_ mein Thema.<br />
Ich versuche es anders.</p>
<p>Um mit dem Thema &#8220;Terrorismus&#8221; aufzuräumen: ich betrachte die Terroristen nicht als wesentliches Problem. Ihre Handlungen sind klar als Verbrechen erkennbar, der Konsens sie zu bekämpfen vorhanden, die notwendigen Mittel sind verfügbar und funktionieren im wesentlichen. Außer in exotischen Szenarien (praktisch nur geklaute Atomwaffen) ist das Schadenspotential eines Terroranschlags nicht in der Lage unseren westlichen Gesellschaften wesentlichen Schaden zuzufügen und wir verfügen über die militärische Projektionskapazität auch weit entfernte Rückzugsgebiete zu erreichen und aufzurollen, von den Terroristen selbst ganz zu schweigen.<br />
Das alles ist ein operatives, kein konzeptionelles Problem! Vergessen wir es also mal.</p>
<p>Wie alle Konflikte beginnt aber auch der Terrorismus nicht auf dem Schlachtfeld, sondern er endet dort nur.</p>
<p>Der Beginn liegt in der Gesellschaft und genau darum ging es mir.<br />
Ich stelle jetzt meine These mal kurz und knapp dar (ich bin ja kein Sozialpädagoge):</p>
<p>Die unreflektierte Übernahme nicht an die Moderne angepasster religiös legitimierter Lebensvorschriften aus einer Nomadengesellschaft des 7 Jahrhdts. erzeugt gesellschaftliche Sollbruchstellen. </p>
<p>Das bedeutet das, solange die religiösen Grundlagen der Kultur nicht zeitgemäß interpretiert werden, der einzige Kitt dieser sogenannten pluralistischen Gesellschaft die ökonomische Belohnung der Verdrängung ist.</p>
<p>Ohne ein dauerhaftes Konzept auf dem Zusammenleben organisiert werden kann ist mir das Risiko zu groß, denn die Überlegung: wenn wir keinen Vorteil mehr haben, die Studienplätze Geld kosten oder Hartz4 gekürzt wird, dann wollen wir wenigstens unsere Religion und Kultur leben wie wir wollen. Also keine (Blinden)Hunde mehr in unseren Stadtvierteln, das Recht zu schächten in für jeden Metzger, kein Bilderzwang mehr in den Ausweisen, etc pp. Wie geht es dann weiter? </p>
<p>Das Böckenförde-Dilemma ist nur allzu real! Und darauf bist Du mit keinem Wort eingegangen. Na gut, ich warte gespannt auf die Beiträge zum pluralistischen Deutschland.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay von Hakan Turan</title>
		<link>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-65</link>
		<author>Hakan Turan</author>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 11:46:43 +0000</pubDate>
		<guid>http://andalusian.de/2009/09/27/o-fehlgeleiteter-bruder-bekkay/#comment-65</guid>
		<description>&lt;p&gt;Hallo Mattes,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;vielen Dank für deinen Beitrag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;"Dazu gibt es einen Satz von einem Soziologen, ich weiß nicht wer es war, Du kennst Ihn wahrscheinlich, von der schweigenden Mehrheit die Radikale ausschwitzt.&lt;br /&gt;
Ohne die Mehrheit, diejenigen die selbst niemals Bomben legen oder in den Dschihad gegen die Zionisten ziehen würden, aber trotzdem diejenigen bewundern die es tun, gäbe es keine “Bekkays”."&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du meinst den Soziologen Hondrich - die radikalen Minderheiten, die er meint, sind rechte Gruppen, die ein Volk ausschwitzt, wenn es sich von seinen Migranten überfremdet fühlt, aber dies nicht formulieren darf. Hondrichs Feststellung ist interessant, nicht zuletzt, da sie darauf hinweist, dass nicht nur Muslime radikale Minderheiten ausschwitzen (wobei diese eine andere Genese haben als die in Hondrichs Zitat). Wie sonst wären sonst Rassismus und Faschismus in modernen Gesellschaften selbst unter den demokratischen Verhältnissen eines Rechtsstaates zu erklären? Kurzum: Für manche Dinge scheint der Mensch anfällig zu werden, sobald er in einer größeren Gemeinschaft leben und Fremdes, oder Ungleichheiten bzw. Ungerechtigkeiten ertragen soll. Das ist nicht gut, aber objektiv ist es nun mal so und muss ernst genommen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wichtigste emotionale Triebfeder, die Bekkay und co. antreibt, sind meines Erachtens nicht die Bewunderung anderer, sondern die frappierenden Ungerechtigkeits- und Demütigungserfahrungen der muslimischen Welt, nicht nur, aber auch durch das nicht muslimische Ausland. Es wäre objektiv falsch alle Verantwortung einsetig auf den "Westen" zu laden - aber an dem Leid der muslimischen Völker ändert die Einsicht wenig, dass ihre Regierenden an ihrer Misere massive Mitverantwortung tragen. Wenn man zuletzt an die Gräuel des Gaza- oder Irakkrieges denkt, dann muss man kein Muslim sein um sich zu fragen, womit die muslimischen Völker eine solche Behandlung verdient haben. Dass die besagten Kriege und ihre Folgewirkungen auch im "Westen" höchst umstritten sind zeigt, dass die Unrechtsanklage nicht auf einer Einbildung der Muslime basiert. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Unrechtserfahrungen sind es, die von radikalen Gruppen im wahrsten Sinne des Wortes instrumentalisiert werden (wie in meinem Text thematisiert). Das ist ihr eigentlicher und letztlich entscheidender Fehler. Hier entsteht der Fanatismus, aber auch die moralische Blindheit gegenüber dem eigenen Vorgehen. Aus dem Islam werden dann selektiv Kategorien entnommen, die dem eigenen Vorgehen übergestülpt werden. Wo der kühle Kopf einmal abhanden gekommen ist, lässt sich sowas nur noch schwer bremsen. Kompliziertes Thema, aber vorerst nur soviel dazu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man das Terrorproblem lösen will, dann muss die Brutalität des Vorgehens westlicher Staaten ebenso frei problematisiert werden wie die Gewaltaffinität von religiösen Fanatikern auf muslimischer Seite - zumal der Westen die weitaus größere militärische Macht und somit auch Vernichtungskraft besitzt. Sobald die Diskussion sich auf eine einzige der beiden Seiten fokussiert, entstehen diskursunfähige Verzerrungen einer höchst komplexen Sachlage. Ich bin kein Politikexperte, aber diese Reduktion globaler Konflikte auf das aggressive Verhalten einer einzigen Partei erscheinen mir doch als eines der Haupthindernisse ihrer Lösung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein persönlicher Wunsch wäre es, dass eines Tages Muslime und Nichtmuslime sich für das Recht sowohl von Muslimen, Christen, Juden, Atheisten und allen anderen einsetzen ohne nach der Kultur- oder Religionszugehörigkeit der Betroffenen zu fragen. Die Bedingung hierfür ist nicht die Auflösung religiöser Identitäten, sondern die grundsätzliche moralische Reflexion, die jede Seite für sich und anschließend im gemeinsamen Diskurs zu leisten hat. Ich habe erlebt, dass dies im Islam sehr gut möglich ist, daher mein Optimismus. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;"Ich sehe nicht wie man mit einem Ansatz wie er im Artikel verwendet wird mit diesen Leuten zu einem stabilen Zustand kommen kann. "&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegen solche Leute helfen Argumente und weltanschauliche Aufklärungsversuche leider ebenso wenig wie bei überzeugten Rassisten und NPD-Getreuen hierzulande. Aber es kann zur Stabilität beitragen, wenn die Vertreter der Mehrheit sich klarer von ihren radikalen Minderheiten distanzieren. Nicht alle Problem sind rein analytisch zu bewältigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;"Letztendlich ist Dein Standpunkt damit von der empfundenen Verpflichtung gegenüber der Mehrheitsgesellschatt abhängig,"&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist richtig. Aber hierbei handelt es sich um eine ganz prinzipielle Frage, deren Antwort sich nicht deduktiv ableiten lässt. Man kann die Welt immer so lesen, dass man sich selbst als Robin Hood sieht, während alle anderen die Ungerechten sind. Verhindern lässt sich sowas nur durch Erziehung, Bildung und gelungene Erfahrungen mit der Wirklichkeit. Und der banalen Einsicht, dass es so auch im eigenen Interesse ist. Es ist sehr ähnlich wie bei der Frage nach der Universalität von Menschenrechten: Es ist bislang niemandem gelungen rein rational eine allgemeine Verbindlichkeit der Menschenrechte oder der Unantastbarkeit der Menschenwürde herzuleiten - so bleibt es auch hier bei einer grundsätzlichen Entscheidung für etwas, das sich nachträglich zwar plausibel machen, sich jedoch nie grundsätzlich durch reine Reflexion erzwingen lässt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dass die Muslime in Demokratien mehr Schwierigkeiten als andere mit der (weltanschaulichen) Treue gegenüber dem Staat haben, halte ich für ein Vorurteil. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Übrigen stimmt es aber, dass der Islam Gebote und Verbote, und dahinter liegende Werte kennt, die nicht immer identisch sind mit denen des durchschnittlichen Deutschen sind. Dies bedingt ein zusätzliches Wir-Gefühl unter Gleichgesinnten. Auch das ist aus meiner Sicht zunächst unproblematisch - denn das Gesetz verlangt keine Einheitskultur und auch keine einheitliche Vorstellung vom ethischen Leben. Atheisten in Deutschland werden nicht immer die selben Werte vertreten wie fromme Christen oder orthodoxe Juden - da werden Muslime keine Ausnahme bilden. Sehr wohl gibt das deutsche Gesetz aber den minimalen juristischen Rahmen für das Miteinander vor, nicht mehr und nicht weniger. Und wenn du sagst: "Allerdings gibt es auch Rechtsvorschriften die mit deutschen Gesetzen nicht vereinbar sind.", dann bezieht sich das aus meiner Sicht höchstens auf eine kleine Menge von möglichen Situationen, die in der Regel pragmatisch gelöst werden können. Ich meine damit nicht Ehrenmorde und Zwangsheiraten, die Muslime unter sich ohnehin als ein Tradtionsproblem, und nicht als Äußerung islamischen Rechts diskutieren. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus all diesen Gründen, die ich hier nur kurz gestriffen habe, lohnt es sich nicht das ganze Projekt pluralistisches Deutschland für gefährdet zu erklären. Ich weiß, dass ich auf vieles gar nicht eingegangen bin. Zu manchen der hier erwähten Punkte möchte ich aber noch eigene Beiträge verfassen, darum vorerst soviel dazu.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Mattes,</p>
<p>vielen Dank für deinen Beitrag.</p>
<p>&#8220;Dazu gibt es einen Satz von einem Soziologen, ich weiß nicht wer es war, Du kennst Ihn wahrscheinlich, von der schweigenden Mehrheit die Radikale ausschwitzt.<br />
Ohne die Mehrheit, diejenigen die selbst niemals Bomben legen oder in den Dschihad gegen die Zionisten ziehen würden, aber trotzdem diejenigen bewundern die es tun, gäbe es keine “Bekkays”.&#8221;</p>
<p>Du meinst den Soziologen Hondrich - die radikalen Minderheiten, die er meint, sind rechte Gruppen, die ein Volk ausschwitzt, wenn es sich von seinen Migranten überfremdet fühlt, aber dies nicht formulieren darf. Hondrichs Feststellung ist interessant, nicht zuletzt, da sie darauf hinweist, dass nicht nur Muslime radikale Minderheiten ausschwitzen (wobei diese eine andere Genese haben als die in Hondrichs Zitat). Wie sonst wären sonst Rassismus und Faschismus in modernen Gesellschaften selbst unter den demokratischen Verhältnissen eines Rechtsstaates zu erklären? Kurzum: Für manche Dinge scheint der Mensch anfällig zu werden, sobald er in einer größeren Gemeinschaft leben und Fremdes, oder Ungleichheiten bzw. Ungerechtigkeiten ertragen soll. Das ist nicht gut, aber objektiv ist es nun mal so und muss ernst genommen werden.</p>
<p>Die wichtigste emotionale Triebfeder, die Bekkay und co. antreibt, sind meines Erachtens nicht die Bewunderung anderer, sondern die frappierenden Ungerechtigkeits- und Demütigungserfahrungen der muslimischen Welt, nicht nur, aber auch durch das nicht muslimische Ausland. Es wäre objektiv falsch alle Verantwortung einsetig auf den &#8220;Westen&#8221; zu laden - aber an dem Leid der muslimischen Völker ändert die Einsicht wenig, dass ihre Regierenden an ihrer Misere massive Mitverantwortung tragen. Wenn man zuletzt an die Gräuel des Gaza- oder Irakkrieges denkt, dann muss man kein Muslim sein um sich zu fragen, womit die muslimischen Völker eine solche Behandlung verdient haben. Dass die besagten Kriege und ihre Folgewirkungen auch im &#8220;Westen&#8221; höchst umstritten sind zeigt, dass die Unrechtsanklage nicht auf einer Einbildung der Muslime basiert. </p>
<p>Diese Unrechtserfahrungen sind es, die von radikalen Gruppen im wahrsten Sinne des Wortes instrumentalisiert werden (wie in meinem Text thematisiert). Das ist ihr eigentlicher und letztlich entscheidender Fehler. Hier entsteht der Fanatismus, aber auch die moralische Blindheit gegenüber dem eigenen Vorgehen. Aus dem Islam werden dann selektiv Kategorien entnommen, die dem eigenen Vorgehen übergestülpt werden. Wo der kühle Kopf einmal abhanden gekommen ist, lässt sich sowas nur noch schwer bremsen. Kompliziertes Thema, aber vorerst nur soviel dazu.</p>
<p>Wenn man das Terrorproblem lösen will, dann muss die Brutalität des Vorgehens westlicher Staaten ebenso frei problematisiert werden wie die Gewaltaffinität von religiösen Fanatikern auf muslimischer Seite - zumal der Westen die weitaus größere militärische Macht und somit auch Vernichtungskraft besitzt. Sobald die Diskussion sich auf eine einzige der beiden Seiten fokussiert, entstehen diskursunfähige Verzerrungen einer höchst komplexen Sachlage. Ich bin kein Politikexperte, aber diese Reduktion globaler Konflikte auf das aggressive Verhalten einer einzigen Partei erscheinen mir doch als eines der Haupthindernisse ihrer Lösung.</p>
<p>Mein persönlicher Wunsch wäre es, dass eines Tages Muslime und Nichtmuslime sich für das Recht sowohl von Muslimen, Christen, Juden, Atheisten und allen anderen einsetzen ohne nach der Kultur- oder Religionszugehörigkeit der Betroffenen zu fragen. Die Bedingung hierfür ist nicht die Auflösung religiöser Identitäten, sondern die grundsätzliche moralische Reflexion, die jede Seite für sich und anschließend im gemeinsamen Diskurs zu leisten hat. Ich habe erlebt, dass dies im Islam sehr gut möglich ist, daher mein Optimismus. </p>
<p>&#8220;Ich sehe nicht wie man mit einem Ansatz wie er im Artikel verwendet wird mit diesen Leuten zu einem stabilen Zustand kommen kann. &#8220;</p>
<p>Gegen solche Leute helfen Argumente und weltanschauliche Aufklärungsversuche leider ebenso wenig wie bei überzeugten Rassisten und NPD-Getreuen hierzulande. Aber es kann zur Stabilität beitragen, wenn die Vertreter der Mehrheit sich klarer von ihren radikalen Minderheiten distanzieren. Nicht alle Problem sind rein analytisch zu bewältigen.</p>
<p>&#8220;Letztendlich ist Dein Standpunkt damit von der empfundenen Verpflichtung gegenüber der Mehrheitsgesellschatt abhängig,&#8221;</p>
<p>Das ist richtig. Aber hierbei handelt es sich um eine ganz prinzipielle Frage, deren Antwort sich nicht deduktiv ableiten lässt. Man kann die Welt immer so lesen, dass man sich selbst als Robin Hood sieht, während alle anderen die Ungerechten sind. Verhindern lässt sich sowas nur durch Erziehung, Bildung und gelungene Erfahrungen mit der Wirklichkeit. Und der banalen Einsicht, dass es so auch im eigenen Interesse ist. Es ist sehr ähnlich wie bei der Frage nach der Universalität von Menschenrechten: Es ist bislang niemandem gelungen rein rational eine allgemeine Verbindlichkeit der Menschenrechte oder der Unantastbarkeit der Menschenwürde herzuleiten - so bleibt es auch hier bei einer grundsätzlichen Entscheidung für etwas, das sich nachträglich zwar plausibel machen, sich jedoch nie grundsätzlich durch reine Reflexion erzwingen lässt.</p>
<p>Und dass die Muslime in Demokratien mehr Schwierigkeiten als andere mit der (weltanschaulichen) Treue gegenüber dem Staat haben, halte ich für ein Vorurteil. </p>
<p>Im Übrigen stimmt es aber, dass der Islam Gebote und Verbote, und dahinter liegende Werte kennt, die nicht immer identisch sind mit denen des durchschnittlichen Deutschen sind. Dies bedingt ein zusätzliches Wir-Gefühl unter Gleichgesinnten. Auch das ist aus meiner Sicht zunächst unproblematisch - denn das Gesetz verlangt keine Einheitskultur und auch keine einheitliche Vorstellung vom ethischen Leben. Atheisten in Deutschland werden nicht immer die selben Werte vertreten wie fromme Christen oder orthodoxe Juden - da werden Muslime keine Ausnahme bilden. Sehr wohl gibt das deutsche Gesetz aber den minimalen juristischen Rahmen für das Miteinander vor, nicht mehr und nicht weniger. Und wenn du sagst: &#8220;Allerdings gibt es auch Rechtsvorschriften die mit deutschen Gesetzen nicht vereinbar sind.&#8221;, dann bezieht sich das aus meiner Sicht höchstens auf eine kleine Menge von möglichen Situationen, die in der Regel pragmatisch gelöst werden können. Ich meine damit nicht Ehrenmorde und Zwangsheiraten, die Muslime unter sich ohnehin als ein Tradtionsproblem, und nicht als Äußerung islamischen Rechts diskutieren. </p>
<p>Aus all diesen Gründen, die ich hier nur kurz gestriffen habe, lohnt es sich nicht das ganze Projekt pluralistisches Deutschland für gefährdet zu erklären. Ich weiß, dass ich auf vieles gar nicht eingegangen bin. Zu manchen der hier erwähten Punkte möchte ich aber noch eigene Beiträge verfassen, darum vorerst soviel dazu.</p>
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