Zur Kategorie ‘Geisterstunde’
Unter dieser Kategorie steht eine Art von Texten, mit denen ich gerne innerlich aufräume. Sie erheben keinen Anspruch auf Sachlichkeit oder Objektivität, geschweige denn auf maßvollen Stil oder erlesenen Geschmack. Außerdem strotzen sie vor martialischen Metaphern, Übertreibungen und Pathos. Wer so etwas nicht mag, muss sich diese Texte nicht antun.
Im Grund geht es in meiner ‘Geisterstunde’ um Psychologie und um Selbstreflexion - quasi als Auseinandersetzung mit jenen inneren Stimmen, die mal dies wollen, mal jenes, aber selten das, was man selbst gerne will bzw. wollen würde, wenn man wollen könnte, wie man wollte…
Es geht also um Motivation, Klarheit der Gedanken und Selbstvertrauen…
Wem all dies nicht zu psycho ist, sondern vielleicht sogar bekannt vorkommt, wird diese Texte sicherlich verstehen. Er wird auch verstehen, warum ich gerne mit diesen ‘Geistern’ in mir kommuniziere und sie sogar lieb gewonnen habe, seit ich sie besser kenne und einen Teil ihrer Sprache zu sprechen gelernt habe. Das ist mir am besten mittels Schreiben gelungen, weshalb mein erster Text in dieser Kategorie auch genau davon handelt.
Ja, ich glaube an die klärende Macht des Schreibens, auch wenn mir hier und da trotzdem immer wieder ein Dämon zwischen den Tasten entwischt, oder gar neue aus der Dunkelheit mutieren, die ich eben noch für bezwungen hielt. Aber das ist immer noch besser als in einem Dämonenzirkus zu leben und sich ständig einzureden, dass dies doch bestimmt die ‘Normalität’ sei, da ja alle anderen Menschen auch ‘normal’ seien und nichts anderes im Kopf hätten als ihr ‘normales’ Leben - dass man bloß nicht an der ‘Normalität’ des Status quo zweifeln dürfe, den so viele Menschen wider besseren Wissens auszuhalten versuchen… da man sonst den Anschen erwecken könnte, dass man eventuell nicht ‘normal’ sei… dass man jeden Anflug von Bedürfnis danach sich in sich zu kehren und dort aufzuräumen unterdrücken müsse, da ‘normale’ Menschen dies ja auch nicht täten… Mit solchen Lügen werden die ‘normalen’ Generationen von heute groß gezogen - ein Drama, wenn man sich überlegt, wie glücklicher die Menschen und die Gesellschaft sein könnten, wenn man ihnen auch das Selbstbewusstsein gäbe sich mit sich selbst und mit ihrem innersten Wesen gründlich und ein Leben lang auseinanderzusetzen… ohne den ständigen Druck den Mitmenschen die Fassade eines ‘normalen’, gefühlskalten und nach DIN-Norm funktionierenden Menschen vorheucheln zu müssen.
Verstehen, was ich meine?
Wer A will, aber dabei immer B macht, sollte sich mal auf die Suche nach diesen Geistern, d. h. nach den längst ins Unterbewusstsein abgewanderten Suggestionen und Botschaften unserer frühen Umwelt machen. Gegen diese Botschaften ist der Wille machtlos, sofern er sich diese Botschaften und die daraus resultierenden Handlungsmuster nicht bewusst macht. Es ist in der Tat wie verhext: Man handelt selbst als erwachsener Mensch oft nach einem Schema, das uns sehr früh im Leben eingeprägt wurde und dessen ursprünglichen Motive wir längst vergessen haben. Suchen wir also diese versteckten Programme in uns, versuchen wir sie zu verstehen, und sie behutsam umzuprogrammieren. Kurzum: Erklären wir den Geistern in uns den Krieg… einen erbarmungslosen Krieg…
In diesem Sinne…
Dieser Eintrag wurde am 8.9.2009 um 05:07 verfasst und befindet sich in Geisterstunde. Sie können alle Antworten zu diesem Eintrag über den Feed RSS 2.0 mitverfolgen. Hinterlassen Sie eine Antwort oder einen Trackback-Link zu Ihrer eigenen Homepage.